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Gunners schießen Chelsea in Krise

29.12.2010 | Keine Kommentare

Der FC Arsenal gewann in der 20. Runde der englischen Meisterschaft gegen den Stadtrivalen Chelsea mit 3:1. Die Fans des FC Arsenal atmen erleichtert auf, denn sie warten schon seit einer kleinen Ewigkeit auf einen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten um den Meistertitel.

Arsene Wenger bekam vor dieser wichtigen Partie einiges zu hören und musste sich Kritik von den Fans gefallen lassen, die ihm vorwarfen, dass er in den wichtigen Spielen gegen starke Mannschaften zu naiv und zu unflexibel agieren würde. In der Tat war in den letzten Begegnungen gegen den FC Chelsea und Manchester United ein gewisses Muster zu erkennen. Die Gunners spielten genau so offensiv wie gegen schwächere Mannschaften und wurden vom tief stehenden Gegner eiskalt ausgekontert. Arsene Wenger reagierte uneinsichtig auf Kritik und behauptete, dass Arsenals Spielstil auch gegen diese Mannschaften das richtige Mittel wäre, sein Team lediglich besser spielen müsse. Mit diesem wichtigen Sieg gegen Chelsea, der den Stadtrivalen in eine große Krise stürzen lässt, kann der französische Trainer zumindest vorläufig die Kritiker verstummen lassen, wobei man allerdings bedenken muss, dass mit dem FC Chelsea diesmal ein verunsicherter Besucher zu Gast war, der seit der 0:3 Heimniederlage gegen Sunderland am 14. November keine Partie mehr gewinnen konnte. Damals hatte Carlo Ancelotti fünf Punkte Vorsprung auf den Rest der Konkurrenz, mittlerweile liegt seine Truppe mit sieben Punkten Rückstand auf dem fünften Platz.

Der Schlüssel zum Erfolg

Der FC Sunderland zeigte in der 13.Runde eindrucksvoll vor, wie man momentan gegen den FC Chelsea spielen muss. Das Team von Team Bruce überraschte die Londoner mit einem aggressiven Pressing und achtete darauf, dass sich Ashley Cole auf der linken Seite nicht entfalten konnte. Zu diesem Zweck wurde Kieran Richardson abgestellt, der den 85-fachen englischen Teamspieler nicht aus den Augen ließ und Druck machte, sodass Cole in erster Linie mit defensiven Aufgaben beschäftigt war. Dies war wohl auch der Grund, weshalb Arsene Wenger Andrei Arshavin auf der Bank ließ und stattdessen den schnellen Theo Walcott im rechten Mittelfeld aufstellte. Diese Umstellung stellte sich als genialer Schachzug heraus, denn Walcott schaffte es, dass sich Ashley Cole erneut in keinster Weise entfalten konnte. Vor etwa einem Jahr verloren die Gunners zu Hause gegen den FC Chelsea mit 0:3, wobei Ashley Cole die ersten beiden Tore vorbereiten konnte. Als vor knapp drei Monaten die Mannschaft von Arsene Wenger mit 2:0 an der Stamford Bridge unterlag, wurde der Trainer stark kritisiert, da Ashley Cole wieder nach Lust und Laune agieren konnte und mit Samir Nasri einen Gegenspieler hatte, der zwar technisch brillant, jedoch nicht dazu geeignet ist, um einen Mann wie Cole defensiv wie offensiv zu beschäftigen. Mit Theo Walcott hat der Franzose nun aber endlich einen geeigneten Mann für diese Aufgabe gefunden.

Pressing und Ballbesitz

Der FC Chelsea stand so wie in den vergangenen Spielen gegen Arsenal tief in der eigenen Hälfte und wartete auf Kontermöglichkeiten. Arsene Wenger schwor sein Team darauf ein, nach einem Ballverlust möglichst schnell wieder in Ballbesitz zu kommen und seine Mannschaft zeigte ein eindrucksvolles Pressing, das Chelsea einen ordentlichen Spielaufbau verwährte. Die Gäste, die in der ersten Halbzeit lediglich 38 Prozent Ballbesitz hatten,  wussten sich nicht anders zu helfen, als weite Bälle auf die Spitzen zu spielen. Da Nicolas Anelka allerdings vor der Partie verletzt passen musste, fehlte dem FC Chelsea jener Stürmer, der diese weiten Bälle am besten verarbeiten kann. Eine interessante Statistik zeigt, wie erfolgreich das Pressing von Arsenal war. Das Team von Arsene Wenger konnte zehn Mal Pässe in der gegnerischen Hälfte abfangen, während der FC Chelsea so tief stand, dass ihnen dies kein einziges Mal gelang. Eine weitere Schlüsselrolle kam Arsenals Robin van Persie zu, der nominell der einzige Stürmer der Heimmannschaft war, sich jedoch immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen ließ, sodass Arsenal eine Anspielstation mehr hatte und sein Übergewicht im Mittelfeld weiter ausbauen konnte. Durch diese Taktik erreichten die Mittelfeldspieler eine Passquote, die stark an das Spiel des FC Barcelona erinnern. Alex Song, der in der 44.Minute das erste Tor des Spiels erzielte, konnte eine erfolgreiche Passquote von 93% vorweisen, Samir Nasri fand in 91% der Fälle den eigenen Mitspieler. Kurz nach der Pause fiel die Entscheidung, als Walcott und Fabregas innerhalb von drei Minuten den Spielstand auf 3:0 erhöhten. Chelsea gelang zwar einige Minuten danach durch Branislav Ivanovic der Ehrentreffer, der aber an der klaren Niederlage nichts mehr ändern konnte. Während Carlo Ancelotti, für den es jetzt langsam brenzlig werden wird, seine Mannschaft beschwört aufzuwachen, will Theo Walcott das Spiel möglichst schnell abhaken und sich nur auf die kommenden Aufgaben konzentrieren. Die Arsenal-Fans sind entzückt und hoffen auf den ersten Meisterschaftsgewinn seit 2004.

© Stefan Karger – Austrian Soccer Board

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