Home / Allgemein / Bilanz nach 18 Runden

Bilanz nach 18 Runden

09.12.2010 | Keine Kommentare

In der österreichischen Meisterschaft ist nun die Hälfte aller Spiele absolviert und mit der SV Ried befindet sich eine absolute Überraschungsmannschaft an der Spitze der Tabelle. Die beiden Wiener Vereine liegen punktegleich auf Rang vier und fünf in Lauerstellung, sind aber in so mancher Statistik ganz vorne zu finden.

Während Rapid Wien in der Heimtabelle seit letzter Runde ganz oben steht, ist die Wiener Austria die beste Auswärtsmannschaft der bisherigen Meisterschaft. Die Hütteldorfer erreichten in neun Heimspielen einen Punkteschnitt von 2.1, konnten auswärts jedoch durchschnittlich nur 1.1 Punkte erobern. Der Konkurrent aus Favoriten hat eine spiegelverkehrte Bilanz, denn die Wiener Austria holte in der Ferne im Durchschnitt genau zwei Punkte, gewann jedoch im eigenen Stadion pro Partie im Schnitt lediglich 1.2 Punkte. Herbstmeister Ried liegt sowohl in der Heim– als auch in der Auswärtstabelle auf dem dritten Rang, was für die Gesamtführung ausreicht. Der Führende der Torschützenliste heißt Roman Kienast, dem die vier Jahre in Skandinavien gut getan haben. Als er 2006 von Rapid Wien zu Ham-Kam nach Norwegen wechselte, hatte er in der obersten österreichischen Spielklasse einen Torschnitt von 0,0545 - traf also lediglich in jedem 20. Spiel. Auch wenn seine zahlreichen Einsätze als Joker hier mitgezählt werden, ist das eine erbärmliche Torquote, bei der man eher einen Innenverteidiger vor Augen hat, als einen Stürmer. Seit seiner Rückkehr in die österreichische Bundesliga hat der lange Stürmer eine Torquote von 0.48%, trifft also beinahe in jeder zweiten Partie.

Minusrekord und Maulkörbe

In den letzten Tagen gab es einige Vorkommnisse, über die man als österreichischer Fußballfan nur den Kopf schütteln kann. Dragovic grüßt beim Torjubel seinen Onkel unabsichtlich mit dem serbischen Nationalistengruß (sechs Sliwowitz bitte!?), der Zeugwart von Wiener Neustadt liegt nach einer Begegnung mit Ilco Naumoski im Krankenhaus (für den wahnsinnigen Mazedonier gilt die Unschuldsvermutung) und ein paar Tage zuvor knockt Rapid-Verteidiger Andi Dober in der Schlussminute beim Stand von 1:3 den FC Porto-Verteidiger Jorge Fucile aus. An der Hitze kann es momentan jedenfalls nicht liegen, dass einigen Spielern die Sicherungen durchzubrennen scheinen. Es gibt aber noch einen weiteren bemerkenswerten Umstand, über den ich ein paar Worte verlieren möchte. Beim Spitzenspiel der Runde zwischen Red Bull Salzburg und der Wiener Austria passierten nur etwa 5.500 Zuschauer die Drehkreuze. Auch wenn es momentan in Österreich wirklich kalt ist, ist diese Zahl einfach nur traurig und sollte den Verantwortlichen zu denken geben. Dazu passend ist die Art und Weise wie der Verein mit Fanklubs umgeht, die nicht zu 100% die vom Klub vorgegebene Linie unterstützen, sondern Kritik äußern und diese auch im Stadion zeigen. Im Austrian Soccer Board befindet sich ein guter Beitrag, der die Frustration vieler aktiven Red Bull Salzburg-Fans schildert. Man stelle sich vor, dass Red Bull Salzburg nicht gegen Austria Wien, sondern gegen Mattersburg gespielt hätte und dass das Match im Free-TV übertragen worden wäre – Mehr als 4.000 Zuschauer hätten sich garantiert nicht im Stadion eingefunden. Man darf gespannt sein, wie hoch das Zuschauerinteresse sein wird, wenn in einigen Jahren die Salzburger ein Ausbildungsverein für RB Leipzig sein werden und mit einer U-21-Truppe spielen werden.

© Stefan Karger – Austrian Soccer Board

LINKS:

Austrian Soccer Board - http://www.austriansoccerboard.at/
Fanpolitik in Salzburg - http://www.austriansoccerboard.at/index.php/topic/77362-fc-red-bull-salzburg-fanpolitik-stimmung-entscheidungen/

Antwort schreiben 276921 Aufrufe gesamt, 22 Aufrufe heute  

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.