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FC Porto in Überform

11.11.2010 | Keine Kommentare

Die Aufstiegschancen von Rapid Wien in der Europa League sind wohl nur noch von theoretischer Natur, aber man sollte sich dennoch mit Anstand aus dem internationalen Geschäft verabschieden und vielleicht noch die eine oder andere Punkteprämie mitnehmen.

Wer am Wochenende jedoch das Spitzenspiel der portugiesischen Liga gesehen hat, der wird sich zu Recht Sorgen machen, dass beim nächsten Spiel gegen den FC Porto eine hohe Niederlage drohen wird, denn der 24-fache portugiesische Meister kommt immer besser in Form und ist in der heimischen Meisterschaft eine Klasse für sich. Vergangene Runde bekam Benfica Lissabon zu spüren, wie groß der Klassenunterschied zwischen dem FC Porto und dem Rest der Liga ist. Im Spitzenspiel der portugiesischen Meisterschaft gewann die Mannschaft von Trainer André Villas Boas nämlich mit 5:0 und vergrößerte damit den Vorsprung in der Meisterschaft auf zehn Punkte. Genauso beeindruckend wie diese souveräne Tabellenführung ist die Tatsache, dass die ersten drei der Torschützenliste beim FC Porto spielen, wobei Hulk mit zehn Toren nach zehn Runden am meisten zu beeindrucken weiß, insbesondere da der Brasilianer auch als Assist-Geber wertvoll für seine Mannschaft ist.

Überragende rechte Seite

Der FC Porto begann im Spitzenspiel gewohnt mit seinem 4-3-3 System, wobei Freddy Guarin den Platz im defensiven Mittelfeld von Fernando einnahm, da dieser verletzt passen musste. Benfica vertraute auf ein 4-4-1-1 System, das sich bei Ballbesitz in ein 4-2-1-3 umwandelte. Trainer Jorge Jesus wusste, dass der FC Porto besonders über die rechte Seite gefährlich werden würde, sodass er einen taktischen Schachzug machte und den gelernten Innenverteidiger David Luiz als linken Verteidiger aufstellte. Der etatmäßige linke Verteidiger Fabio Coentrao rückte in das linke Mittelfeld vor und sollte David Luiz in der Defensive entlasten. Dieser taktische Spielzug sollte allerdings nach hinten losgehen, denn David Luiz bekam den schnellen und trickreichen Hulk nie unter Kontrolle. Der Brasilianer nutze die gesamte Breite des Spielfeldes aus und machte so immer wieder Platz für den großartig aufspielenden Belluschi, der die vorhandenen Räume zu nutzen wusste. Zur Pause stand es bereits 3:0 für die Heimmannschaft, als Jorge Jesus seinen Fehler einsah und Luiz wieder in die Innenverteidigung stellte, sodass Coentrao wieder die Aufgabe des linken Verteidigers übernehmen konnte. Es dauerte immerhin bis zur 80. Minute bis der FC Porto den vierten Treffer erzielte. In der letzten Minute erhöhte Hulk auf den 5:0 Endstand und machte somit das Debakel für Benfica Lissabon perfekt. Der FC Porto erzielte übrigens alle fünf Treffer nach Kombinationen über die rechte Seite.

Wer soll Hulk und Belluschi stoppen?

Über Hulk und Belluschi spricht momentan ganz Portugal, denn die beiden zerlegen die portugiesische Liga nach Belieben und sind momentan nicht zu stoppen. Wenn ich linker Verteidiger wäre und in den nächsten Wochen gegen die beiden spielen müsste, dann würde ich mich entweder krank melden, oder meinen Beruf wechseln – und niemand könnte mir das übel nehmen. Zum Glück muss ich mich jedoch mit anderen Dingen herumschlagen, sodass nicht ich, sondern Markus Katzer sich ernsthaft Sorgen machen muss. Ich würde an seiner Stelle ein paar Kerzen in der Kirche anzünden, mit der Bitte nach oben, dass Trainer André Villas Boas Hulk und/oder Belluschi in Wien schonen wird. Wenn nicht, dann werden wir wenigstens viele Tore für unser Geld sehen.

© Stefan Karger

LINKS:
Austrian Soccer Board - http://www.austriansoccerboard.at/
Rapid Forum - http://www.austriansoccerboard.at/index.php/forum/8-sk-rapid-wien/

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