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Fokussiert in Richtung Weltspitze

07.09.2010 | 1 Kommentar

College Sports in America. Das große Aufbaubecken der späteren Profis der NFL, NBA oder MLB. Rein theoretisch nur eine Vorstufe zur großen Karriere, praktisch aber viel emotionaler als das. Und dasselbe baut sich in den Staaten auch langsam aber sicher für den Fußball auf. Daniel Mandl aka „Dannyo“ berichtet aus Atlanta, Georgia.

 

Eine prall gefüllte Sportsbar mit den selbsternannten besten Chicken Wings der Stadt, an die 30 Flat-TVs und Liveübertragungen von American Sports – und mittlerweile auch Soccer – aus aller Welt. Das College Football Aufeinandertreffen zwischen Alabama und Toledo, das ganz deutlich an das starke Team aus Alabama geht, zog über 30.000 Fans ins Stadion. Wir reden hier wohlgemerkt über ein Spiel zwischen zwei College Teams und die 30.000 Zuseher sind längst nicht das Ende der Fahnenstange. Bis zu 80.000 Fans pilgern zu den Spielen der College Leagues und machen teilweise fußballähnliche Stimmung. Sie feuern eines von zwei Teams an, deren Spieler auf hohem Level, eben einer Vorstufe zur nationalen Profiliga spielen und dafür keinen Cent verdienen. Es ist gegen das US-Gesetz, dass College Sportler Geld für die Ausübung ihres Sports Geld verdienen. Stattdessen wird ihnen eine Ausbildung finanziert, der Status des möglicherweise künftigen NFL- oder NBA-Spielers innerhalb des Colleges ist ein hoher und somit kommen auch Freunde und Mädchen nie zu kurz. Ein Lohn ideeler Natur, auf dem Weg zu Millionenverträgen in den lukrativsten Sportligen der Welt.

 

Die Jungen spielen “Soccer”

 

Was in den USA im Bezug Football, Baseball oder Basketball bereits ganz normal ist, findet jetzt auch im neu entdeckten Soccer Einzug. Landon Donovan, Clint Dempsey und Co. machten dem amerikanischen Volk und vorallem der Jugend, durch die Erfolge seit der Weltmeisterschaft 2002 den Mund wässrig. Fußball wird hier nicht als typisch amerikanische Sportart verstanden, sehr wohl aber als Sport, in dem körperliche Fitness und das klassische amerikanische Teamwork nicht zu kurz kommen. Zudem ist es ein Sport, den nahezu jeder ausüben kann. Es gibt keine körperlichen Restriktionen, wie man sie etwa im Basketball findet. Man muss nicht über zwei Meter groß sein, wie es in der NBA von Vorteil ist, oder mehr als 100 Kilo wiegen, wie es für Defender in der NFL üblich ist. Und so spielt bereits ein Großteil der 13- bis 18jährigen Jungs in ihrer Freizeit Soccer. USA-weit bereits mehr als all die anderen US-Sportarten. Der College Soccer ist nun noch in seiner Entwicklung begriffen, aber sobald dieser neben dem Interesse der Spieler auch noch das Interesse des Publikums erreicht hat, ist Fußball in den USA nicht mehr aufzuhalten.

 

USA als Geheimtipp 2018?

 

 

Und dieses Land hat so viel Potential! Bereits jetzt werden amerikanische Konditionstrainer in alle Welt transferiert. Jogi Löw etwa baute auf US-amerikanische Fitnessprogramme, was eine deutsche Mannschaft zur Folge hatte, die bei der WM 2010 mit deutscher Taktikpräzision und amerikanischer Physis auf Weltklasseniveau spielte. Der fußballerische Kulturaustausch wird aber auch in die andere Richtung voranschreiten und so werden sich die körperlich starken US-Boys in Zukunft technischer und taktischer Hilfe aus Europa bedienen, um ihr Spiel weiter zu verfeinern. Wenn aus diesem Zusammenspiel schließlich die heute 13- oder 14-jährigen Soccerholics aus Amerikas High Schools und Colleges in einigen Jahren den Sprung in die MLS oder gar sofort nach Europa schaffen (was eher anzunehmen ist, denn internationale Scouts werden in Zukunft noch mehr in Nordamerika nach gut geschulten Talenten Ausschau halten, als etwa in Afrika oder Südamerika), ist das US-amerikanische Nationalteam auf internationaler Bühne immer einen Tipp wert. Dass es die US-Teamspieler prinzipiell schon jetzt können, sah man bei WMs und Confederationcup. Aber ich prophezeie, dass die aktuelle Entwicklung einen Geheimfavoriten auf den WM-Titel, womöglich schon 2018 oder 2022, zur Folge hat. Hier wird nachhaltig gearbeitet und es ist interessant dem zuzusehen, solange die Weltöffentlichkeit noch nicht viel davon mitbekommt beziehungsweise das US-Team noch nichts Bemerkenswertes gewann.

 

(c) Dannyo - austriansoccerboard.at

 

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Ein Kommentar

  1. bayernharry

    Das sehe ich ähnlich wie Sie! Früher wären es 2-3 Spieler wie in den 80zigern die gutes Niveau hatten z.b. Rick Davies der mit Beckenbauer bei Cosmos spielte oder der meiner Meinung nach Weltklasse Torwart Arnie Mausser der leider nie bei einer WM spielte. In den neuziger Jahren zeigten Wynalda (der sicher ohne die schweren Verletzungen eine Art Bergkamp hätte werden können!) oder eben Ein Abwehr Ass namens Alexi lalas (der weltklasse Niveau hatte) dann kam ein Claudio Reyna der seinerzeit technisch stärkster US Spieler war und in Europa spielte (Leverkusen Bayer Glasgow Rangers, Sunderland) der evtl. beste US Amerikaner war immer verletzt und beendete mit 27 seine Laufbahn (O´Brien ehemals Ajax). 2002 hat das US Team gezeigt was Sie können, 2006 war viel Pech dabei. Aber man hatte viele große Talente nicht aufgestellt (Beispiel Adu der damals Top gewesen wäre, Spector (damals Manchester Utd.). Auch 2010 war wohl das Team leider Verletzungsbedingt nicht ganz fit. Spector und Onyewo praktisch die Top Innenverteidigung fiel komplett aus…
    Im Mittelfeld Jones (Schalke) auch Beasley (Glasgow Rangers) war verletzt kam nur zu kurzeinsätzen. Ich bin überzeugt davon ein in Top Form spielendes Stamm Team hätte Ghana und Uruguay gepackt, und wäre unter die letzten 4 eingezogen…
    Mein Top Team Usa:
    Howard - Cherundolo, Spector, Onyewu, Bocanegra - Bradley, Beasley, Jones, Dempsey - Donovan, Adu (wieso Adu? Weil er trotz ständiger Formkrise und Faulheit eine Technik besitzt die aktuell evtl. 3 Spieler weltweit haben, und weil er bei einer WM evtl. seine Klasse gezeigt hätte…)

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