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Frischzellenkur für die alte Dame

18.08.2010 | Keine Kommentare

Um in die Gruppenphase der Europa League aufzusteigen, muss Sturm Graz ein kleines Wunder vollbringen, denn auch wenn der italienische Rekordmeister Juventus Turin schon bessere Zeiten erlebt hat, ist er noch immer haushoher Favorit gegen die Truppe von Franco Foda.

Man braucht sich nur die Erfolge dieses Vereins anzusehen, um sich ein Bild zu machen, welche Bedeutung dieser Klub für den europäischen Fußball hat. Die alte Dame ist italienischer Rekordmeister und zählt auch international zu den erfolgreichsten Vereinen der Welt. Laut einigen Studien halten in Italien fast zwanzig Prozent der Fußballfans Juventus Turin die Daumen, wobei in Turin selbst der AC Turin lange beliebter war, als der große Konkurrent in schwarz-weiß. In den letzten Jahren hat Juventus aber auch in der eigenen Stadt an Popularität gewonnen, sodass sich auch hier die Zahlen umgedreht haben und die Mehrheit nun der alten Dame die Daumen drückt. In der vergangenen Saison erreichten die Turiner lediglich den siebenten Tabellenplatz, der sie gerade noch zur Teilnahme für die Europa League berechtigte. Ganze 27 Punkte fehlten auf den Tabellenführer Inter Mailand. Auch in der Champions League schied Juventus hinter Girondins Bourdeux und Bayern München aus, da die Turiner in der letzten Partie der Gruppenphase eine bittere 1:4 Niederlage zu Hause gegen die Deutschen einstecken mussten. Ein Unentschieden hätte für den Aufstieg gereicht.

Von 4-3-1-2 auf 4-4-2?

Letzte Saison liefen die Turiner meistens mit einem 4-3-1-2 System auf, doch nach den letzten Transfers und den beiden Qualifikationsspielen gegen die Shamrock Rovers sieht es so aus, als würde Trainer Luigi Delneri auf ein klassisches 4-4-2 System setzen. Die Italiener, die bereits den defensiven Mittelfeldmotor Christian Poulsen an Liverpool verloren haben, könnten auch Diego noch vor dem Spiel gegen die Grazer verlieren, auch wenn es bei den Transfergesprächen mit dem Vfl Wolfsburg immer wieder zu Verzögerungen kommt. Aber auch ohne dem brasilianischen Spielmacher haben die Italiener einige Ausnahmekönner in ihren Reihen. Einer der wichtigsten Spieler ist der 25-jährige Kapitän und Nationalspieler Giorgio Chiellini, der in der Innenverteidigung der Italiener die Fäden zieht. Jose Mourinho wollte ihn nach Madrid lotsen, Manchester United würde für seine Verpflichtung ebenfalls einiges springen lassen und auch Bayern München hatte schon einmal leise angefragt, wie viel der Abwehrspieler kosten würde.

Auch das zentrale Mittelfeld kann sich blicken lassen, denn Mohamed Sissoko aus Mali und der technisch starke Claudio Marchisio bilden ein tolles Duo und ergänzen sich perfekt mit ihren Fertigkeiten. Gespannt darf man sein, wie sich die Neuzugänge auf den Flügeln in die Mannschaft integrieren werden. Sowohl Simone Pepe, als auch Davide Lanzafame sind eigentlich gelernte Stürmer und legen ihre Rolle im Mittelfeld dementsprechend offensiv an. Im Sturm werden wohl, vorausgesetzt Diego wird wirklich verkauft, Amauri und del Piero von Beginn auflaufen. Del Piero spielt am liebsten als hängende Spitze und hat bereits 197 Meisterschaftstore in der Serie A erzielt. Seit 1993 spielt der vereinstreue Publikumsliebling bei der alten Dame, er blieb also auch während des Zwangsabstiegs seinem Klub treu. Del Piero gilt als extrem kreativer Spieler, der sowohl seine Mitspieler in Szene setzen, als auch sich selbst in die Schützenliste eintragen kann. Für Sturm Graz spricht, dass sich die Italiener noch in der Vorbereitungsphase befinden und einige Neuzugänge erst in die Mannschaft integrieren müssen. Dennoch ist Foda und seine Truppe natürlich großer Außenseiter und müsste in beiden Spielen über sich hinauswachsen, um Chancen auf die Gruppenphase zu haben.

Red Bull Salzburg gegen den Rapid-Schreck

Die Fans des SK Rapid Wien werden sich mit Schaudern an die Spiele in der Europa League gegen Hapoel Tel Aviv erinnern, denn es gab in beiden Partien eine äußerst bittere Abfuhr gegen die technisch starken Israelis. Die heimstarke Mannschaft, die in einem packenden Meisterschaftsfinish vor Maccabi Haifi in der letzten Minute die Meisterschaft gewann, kann sich auch heuer auf jene Schlüsselspieler verlassen, die in den Spielen gegen Rapid Wien über sich hinausgewachsen sind. Im Tor steht nach wie vor der großartige Vinvent Enyeama aus Nigeria, der auch bei der Weltmeisterschaft in Südafrika zeigen konnte, dass er zu den besten Schlussleuten der Welt gehört. In der Innenverteidigung spielt neben dem routinierten Kapitän Walid Badir der starke Brasilianer Douglas da Silva, der von den meisten Experten immer dann genannt wird, wenn der stärkste Innenverteidiger in der israelischen Liga gesucht wird. Im Mittelfeld ist Gil Vermouth der Mann, auf den die Salzburger am meisten aufpassen müssen. Der starke Spielmacher verfügt über eine wunderbare Technik und ein sehr gutes Passspiel. Das Glanzstück der israelischen Mannschaft ist jedoch der Sturm. Neben Itay Shechter, der vergangene Meisterschaft 22 Tore erzielen konnte, spielt der 21-jährige Neuzugang Ben Sahar, der als eines der größten israelischen Talente aller Zeiten gilt und von der Spielweise her mit Didier Drogba verglichen wird. Wollen die Spieler von Red Bull Salzburg endlich einmal in der Champions League ihr Können zeigen, dann dürfen sie diese beiden Ausnahmekönner keine Sekunde lang aus den Augen lassen.

© Stefan Karger – Austrian Soccer Board

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