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Die Gegner in Runde 3 und die Logik der UEFA

19.07.2010 | Keine Kommentare

Rapid und Salzburg dürfen bereits mit der nächsten Qualifikationsrunde planen, Sturm sowieso, wartet aber noch auf seinen Gegner - und bei der Austria spekuliert man logischerweise NICHT mit den möglichen UEFA-Sanktionen gegen Siroki Brijeg.

Meister Red Bull Salzburg wird es in der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League voraussichtlich mit Omonia Nikosia zu tun bekommen. Der zypriotische Meister gewann gegen Renova aus Mazedonien zu Hause klar mit 3:0 und steht vor einem Aufstieg. Auf dem Papier ein machbares, vielleicht sogar verhältnismäßig leichtes Los - wenn man genauer hinschaut ist es aber alles andere als das. Spätestens nach dem Ausscheiden Rapids gegen Anorthosis Famagusta vor zwei Jahren, sollte man in Österreich vor den unangenehmen, wendigen und flinken zypriotischen Mannschaften gewarnt sein. Und Omonia Nikosia ist derzeit sozusagen das Red Bull Salzburg Zyperns. So holte das Team in der laufenden Sommerpause bereits sieben neue Spieler aus fünf Nationen, darunter zwei Spieler aus Barcelonas B-Elf, Serbiens ehemaligen Teamkeeper Drago Jevric oder Tresor Lua Lua, der fast zehn Jahre in Englands Premier League und zuletzt für Olympiakos Piräus spielte. Zudem steht mit Christos Patsatzoglu ein griechischer Teamspieler im Kader, mit Dimitrios Grammotzis ein Spieler mit Deutschland-Erfahrung und dazu noch zwei Stürmer, die wissen wo das Tor steht: Michalis Konstantinou (32) war Topscorer bei Iraklis, Panathinaikos und Olympiakos, Hernan Rengifo (27) aus Peru zerschoss vier Jahre lang die heimische Liga, danach die polnische für Lech Poznan und seit einem halben Jahr trifft er auch auf Zypern. Eine ausführliche Teaminfo über Omonia Nikosia folgt demnächst im Austrian Soccer Board.

Rapid muss nach Sofia

Wenn Rapid die Pflichtübung am kommenden Donnerstag gegen den FK Suduva Marijampole im Hanappistadion übersteht, geht es nach Sofia - allerdings gegen eine Mannschaft aus Stara Sagora, die aufgrund des untauglichen Stadions nicht in der Heimatstadt spielen darf. Der Gegner heißt Beroe, ist bulgarischer Cupsieger und war letztes Jahr Zehnter in der bulgarischen 16er-Liga. Das Team hat keine Legionäre, man spricht also durch die Bank bulgarisch - und verlor im Sommer drei Schlüsselspieler: Torhüter Bojan Peykov (26) wechselte zu Lokomotiv Sofia, Spielmacher Georgi Andonov (27) zu Chernomorets Burgas und Innenverteidiger Ivo Ivanov (25), der sich von Beroe aus ins Nationalteam spielte, kickt künftig für Levski Sofia. Dem gegenüber stehen bereits zehn Neuverpflichtungen - auch allesamt Bulgaren - von denen nur vier aus der obersten Liga kamen, allesamt von Mittelständlern. Auch über die Bulgaren folgt eine ausführliche Teaminfo im Austrian Soccer Board, sobald Rapid die Hürde Suduva genommen hat.

Sturm und Austria müssen noch warten

Cupsieger Sturm Graz und die Wiener Austria müssen noch warten beziehungsweise bangen. Sturm bekommt es mit Dinamo Tiflis aus Georgien oder Gefle IF aus Schweden zu tun. Die Georgier gewannen in Schweden überraschend mit 2:1 und sind somit vor dem Heimspiel Favorit. Während bei Dinamo vorallem die größten georgischen Talente zusammenkommen, sind bei den Schweden vorallem Brecherstürmer Mikael Dahlberg (25) und der Ghanaer Yussif Chibsah (26), der seit drei Jahren beim Klub spielt und bereits drei Länderspiele für Ghana machte, interessant.

Sofern die Wiener Austria die Hürde Siroki Brijeg nach dem 2:2 aus dem (Geister-)Heimspiel doch nicht überspringen kann, wartet in der nächsten Runde voraussichtlich Ruch Chorzow aus Polen. Diese spielten auswärts bei La Valetta zwar nur 1:1, sind aber im Heimspiel haushoher Favorit. Ruch Chorzow? Tabellendritter der Vorsaison, nur drei Legionäre, physisch stark und kampfkräftig, aber ein Team ohne Stars. Allerdings gewannen die Polen in der ersten Qualifikationsrunde bereits ein schweres Duell mit Shakhtar Karagandy aus Kasachstan. Beim Ausflug in den fernsten UEFA-Osten gewann man ebenso wie im darauffolgenden Heimspiel.

Termine nach UEFA-Logik?

Rapids Heimspiel gegen Beroe würde bei einem Aufstieg der Wiener Austria bereits am Dienstag, den 3.8. stattfinden, während die Austria am Donnerstag daheim gegen seinen Gegner randürfte. Die Gefahr, dass Rapid und die Austria am selben Tag Europacupspiele in Wien haben, sei zu groß. Typische UEFA-Logik. Rapid- und Austria-Fans sind andauernd in derselben Stadt, würden sich bei zeitgleichen Spielen um ihren eigenen Kram kümmern. Wenn Rapid und die Austria zeitgleich Europacupspiele in derselben Stadt im Ausland hätten und beide Fangruppen würden mitfahren, dann verstehe ich die Terminsorgen der UEFA. Aber so? Ich war letzte Woche in Litauen, um Rapid bei Suduva Marijampole zu sehen und in Kaunas tummelten sich neben knapp 400 Rapid-Anhängern auch noch einige Fans von Wisla Krakau, mit denen es im Laufe des Aufenthalts zu Zusammenstößen gekommen sein soll. So etwas ist wesentlich gefährlicher, als wenn Stadtrivalen gleichzeitig daheim, noch dazu in ihrer eigenen Stadt spielen. Aber die UEFA ist ja bekanntlich ein Verein, den man nicht mit Logik und “da fehlt mir irgendwie die Relation”-Parolen überfordern sollte, denn das ufert meistens in noch größerem Chaos aus.

(c) Dannyo - www.austriansoccerboard.at

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