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Capello muss warten

29.06.2010 | Keine Kommentare

Nach dem bitteren Ausscheiden der „Three Lions“ ist ganz England gespannt, wie es mit Fabio Capello weitergehen wird. Der Italiener würde seinen Job, der ihm pro Jahr immerhin sechs Millionen Pfund einbringt, gerne behalten, allerdings fehlt es ihm momentan an Rückendeckung vom Verband.

Nach einem Gespräch mit Sir David Richards, dem wahrscheinlich mächtigsten Mann im englischen Fußball, ist es Fabio Capello klar geworden, dass er in frühestens zwei Wochen über seine eigene Zukunft Bescheid weiß. Nach der historisch hohen Niederlage gegen die deutsche Nationalmannschaft muss man die Lage erst einmal in Ruhe betrachten und das Turnier zusammen aufarbeiten, heißt es aus dem englischen Verband. Allerdings wäre es ein finanzieller Kraftakt den Trainer zu feuern, den sich der Verband wohl kaum antun wird. Capello unterschrieb nämlich einen Vierjahresvertrag, wobei ihm bei einer vorzeitigen Kündigung eine Entschädigung von 10 Millionen Pfund zusteht. Eine Summe, die sich die Engländer wahrscheinlich nicht leisten wollen.

Zuspruch und Ablehnung

Die Stimmung in England ist gemischt und sowohl bei den Fans, als auch bei den Medien finden sich gleichermaßen Anhänger und Gegner des Italieners. Seine Kritiker werfen ihm vor, dass er ein starres System spielen lässt, bei dem die individuellen Stärken der Stars auf der Strecke liegen bleiben. Lampard, Gerrard, Rooney, Barry füllen in ihren Vereinen andere Rollen aus und Capello gelang es in Südafrika nicht aus den starken Einzelspielern ein funktionierendes Team zu bilden. Seine Anhänger wiederum verweisen auf die zahlreichen Erfolge und die starke Bilanz während der WM-Qualifikation. Man darf nicht vergessen, dass Capello die englische Nationalmannschaft übernahm, als sie am Boden lag und kein Selbstvertrauen hatte.  Sollte Capello wirklich gefeuert werden, wird wohl wieder ein Engländer das Ruder übernehmen, wobei sich Roy Hodgson und Harry Redknapp nach dem Ausscheiden in Südafrika schon zu Wort gemeldet haben. Besonders Redknapp ließ keine Missverständnisse aufkommen und richtete der englischen Presse aus: „We have to find an English manager and I’m English.“

© Stefan Karger – Austrian Soccer Board

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