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Chaos bei der Equipe Tricolore

21.06.2010 | Keine Kommentare

“Va te faire enculer, sale fils de pute!” - Ein Satz, der in Frankreich alles veränderte. Oder eigentlich doch nicht wirklich viel. Aber auf jeden Fall ein Satz, der eine Menge Aufsehen erregte und die Strukturen im französischen Nationalteam - so es welche gibt - in ein sehr schiefes Licht rückt.

Da ist momentan die Rede von Handgreiflichkeiten beim Training der Franzosen, Schimpftiraden gegen den Trainer, trainingsunwillige Spieler. Mitten in der Gruppenphase müssen diverse Erklärungen von Trainern, Spielern, dem Staatspräsidenten - und was weiß ich wem noch - verlesen werden. Gerüchte über Mobbing halten sich eisern - so ist etwa Yoann Gourcuff einigen Mitspielern, beispielsweise Franck Ribery und Hauptübeltäter (?) Nicolas Anelka ein Dorn im Auge. Die sind nämlich lieber mit der Rotlichtszene und Andere-Leute-Scheissen-Schicken beschäftigt, als mit dem Kicken. Kapitän Evra stellte ganz hollywoodlike fest, dass es in der Mannschaft einen Maulwurf gibt, den es jetzt du eliminieren gilt. Ich warte schon, dass das erste YouTube-Video auftaucht, in dem Evras harsches Interview mit der Titelmelodie zu “The Departed” unterlegt wird. Mittlerweile mischen sich auch noch Houllier, Zidane oder Lizarazu ein, ein ganzer Haufen Ex-Internationaler kriegt momentan einen ganzen Haufen TV-Minuten. Eine echte französische Seifenoper - und es macht so Spaß zuzusehen! D

Endlich Action!

Als jemand, der keine großen Sympathien für das französische Team hegt (aber auch keine Antipathien, ich bin der Equipe Tricolore gegenüber eigentlich relativ neutral eingestellt, freute mich über schöne Spiele 1998 und war ihnen auch 2002 nicht böse), freue ich mich eigentlich sogar über den Eklat. Für den Fußball ist er zwar sicher nicht förderlich und es wird sicher einige Schmutzwäsche gewaschen, die vielleicht gar nicht sooo dreckig, vielleicht aber in Wahrheit vor noch viel mehr Dreck strotzt, aber endlich, ENDLICH ist bei der WM 2010 mal was los. Spielerisch war das alles bisher ohnehin mau, viele der bisher 32 Spiele waren von Taktik geprägt - dann braucht man wenigstens ein bisschen Chaos. Und für dieses sind die Franzosen momentan einfach ein angenehmes Opfer, zumal alles was sie bisher auf dem Platz zeigten, unter aller Sau war und Uruguay und Mexiko den Aufstieg ohnehin mehr verdienten.

Profis? Team?

Wer da momentan wirklich an allem Schuld ist? In erster Linie mal Raymond Domenech selbst. Als Chef dieses Teams müsste er seine Spieler im Griff haben und auch mal mit eiserner Faust durchgreifen, wenn es die Umstände nötig machen (und das tun sie). Domenech strahlt momentan nicht nur keinerlei Autorität aus, sondern zudem auch noch Arroganz, Borniertheit und Trotz. Wie sich die Spieler als Folge dessen aufführen, geht aber natürlich auf keine Kuhhaut. Es darf doch nicht wahr sein, dass ein “Team”, das gerade bei einer WM spielt, dermaßen gegeneinander und gegen die eigenen Betreuer arbeitet. Und ganz egal, wie lebensfroh Domenechs Mutter ist, ein erfahrener und grundsätzlich fairer Spieler wie Anelka, darf sich nie und nimmer zu so einer Aussage hinreissen lassen. Von der Meuterei und versuchter “Machtübernahme” durch einzelne Spielergrüppchen mal ganz zu schweigen. Nicht nur, dass Frankreich sehr wahrscheinlich die Heimreise nach der Vorrunde antreten muss, die Vorkommnisse im französischen Teamcamp haben auch noch grundlegende Auswirkungen auf die Ära von Laurent Blanc nach der WM - und vermutlich auch auf die Klubkarrieren einiger Spieler, die sich gerade als ziemlich matschige Charakterschweine herausstellen.

(c) Dannyo - www.austriansoccerboard.at

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