Home / Allgemein / Das Problem mit den Vuvuzelas

Das Problem mit den Vuvuzelas

19.06.2010 | Keine Kommentare

Die Vuvuzelas - ein nie da gewesener Lärmfaktor bei einer Weltmeisterschaft. Die meisten Sportkommentatoren kritisieren das “traditionelle” südafrikanische Instrument, weil deswegen im Stadion keine Stimmung aufkommt, das monotone Tröten Fangesänge total unterbindet. Das Problem liegt aber ganz woanders.

Zunächst mal zur oft zitieren “Tradition” rund um die nervigen Tröten. Entwickelt wurden die Teile erst Ende der 90er-Jaher, in Massenproduktion gingen sie 2001. Dennoch ist die Vuvuzela aus südafrikanischen Stadien nicht mehr wegzudenken. Vor der WM stieg der Kaufpreis des Instruments übrigens um das fünffache - früher 3 Euro, heute im Schnitt 15€. Viele Fans, vorallem Europäer und Südamerikaner, treten vehement dafür ein, dass das Instrument verboten und aus den WM-Stadien verbannt wird. Ja, klar klingt das Ding wie eine Mischung aus mordlustigen Psychohummeln und einem LKW-Stau in der Wiener Naglergasse, aber es gehört für die Südafrikaner dazu. Und ganz banal - deshalb müssen die Instrumente bleiben wo sie sind, nämlich im Stadion. Gerade in Zeiten des Gejammers über ein willkürliches Pyrogesetz dürfen wir nicht selbst woanders den gleichen Hebel ansetzen, nur weil uns etwas auf die Nerven geht oder unseren Match-Schau-Standard daheim auf der Couch beeinträchtigt. Auch wenn der ganze Trubel erst ein paar Jahre alt ist, er entwickelte sich zum Teil der südafrikanischen Fankultur und ist daher so zu akzeptieren.

Das größte Argument gegen die Instrumente ist jedoch eindeutig, dass die Kommunikation zwischen den Spielern auf dem Platz nicht mehr gewehrleistet ist. Nicht selten sieht man in den Zeitlupen, dass die Spieler sich beieinander entschuldigen, weil sie Zurufe oder Pfiffe des Schiedsrichters nicht hörten. Jeder, der selbst Fußball schon Fußball spielte - und zwar nicht in Park oder Käfig, sondern 11 gegen 11 auf einem Großfeld - weiß, wie wichtig es ist, mit seinen Nebenleuten in Kontakt zu stehen. Ohne Reden geht beim Kicken nix. Ich denke auch, dass es nicht zu weit hergeholt ist, dass an den teilweise katastrophalen Leistungen der Mannschaften der erhöhte Lärmpegel schuld ist. Übrigens ebenso ein Erklärungsansatz wie das verrückte Wetter. Nach dem 2:1 über Nordkorea behauptete Brasiliens Maicon, dass das Wetter der Mannschaft schwer zu schaffen macht. Daraufhin kamen die Gegengeräusche, von wegen “die spielen doch eh alle in Europa, die sind das ja schon gewöhnt”. Durchaus, aber das Problem ist nicht die Kälte bei den Abendspielen, sondern der Temperaturunterschied zum frühen Nachmittag, an dem die Teams ihr Abschlusstraining haben. Wenn man bei angenehm milden 20°C das letzte Mal vor dem großen Spiel trainiert und beim Einlauf der Teams plötzlich Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen, ist das für für die Muskeln eher unangenehm. Dazu kommt das “Argument” des “Schädlwehwetters”, das sicher jeder von uns kennt. Apropos: Wer erinnert sich an Leonardo da Silva von Altach? Der schoss 12 seiner 14 Bundesligatore als die Luft wohlig warm war ;)

Diskutiere jetzt mit uns über die WM, in den Foren zur Weltmeisterschaft im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum!

Antwort schreiben 10430 Aufrufe gesamt, 1 Aufrufe heute  

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.